Gedenkstätten in Schnaittach

Im ersten Synagogenteil ("Männerschul") wirkt der fast leere, restaurierte Raum auf uns. Dennoch kann sich der Besucher einen guten Eindruck davon machen, wie festlich, bunt und liebevoll geschmückt die Synagoge war. Im hinteren Teil, der Frauenschul, sind u.a. Stücke aus den angeschlossenen Gemeinden ausgestellt. Der Keller der Synagoge beherbergt auch noch eine Mikwe, die aber nur bei Gruppenführungen geöffnet wird. So ist in Schnaittach der seltene Fall zu erleben, eine letztlich vollständige, aber leider verwaiste jüdische Gemeinde zu erleben.

Das Innere der Schnaittacher Synagoge [203]

Einen weiteren, zentralen Ort des Gedenkens stellen die drei Friedhöfe dar, die jedoch sehr unterschiedliche Erhaltungszustände aufweisen. So ist die jüngste Begräbnisstätte in einem sehr guten Zustand und nur wenige Steine weisen Spuren von Schändung oder Zerstörung auf. Selbst das Tahara-Haus ist noch erhalten und wird sogar bewohnt. Es besteht aus Ziegeln des vorherigen Hauses.

Der zweite Friedhof ist nur noch als Fläche erhalten. Einige wenige, wieder entdeckte Steine sind hier schutzlos der Witterung ausgesetzt. Daneben sind zwei Mahnmale auf dem Gelände zu sehen.


Der erste und älteste Friedhof beherbergt im vorderen Teil nur noch sehr wenige Grabsteine. Im hinteren, wild-romantischen Bereich sind jedoch noch zahlreiche, z.T. völlig eingewachsene und verwitterte Steine zu finden.

Insgesamt bilden die drei Friedhöfe einen Ort des Gedenkens mit einer echten Chronologie, denn hier ruhen Zeitzeugen, die die jüdische Geschichte der Kultusgemeinden geprägt haben. Viele der Toten stammen aus Forth, Hüttenbach und Otrensoos. Sie geben Auskunft über die Entwicklung lebendiger Gemeinden, die mit dem Aufstieg des NS-Regimes ein jähes Ende fanden.

Blick auf Gräber des jüngsten Friedhofs [204]

Auf Bitten der heutigen Verwaltungen werden Besucher gebeten, vom Betreten der Grabstätten generell abzusehen, da diese von der Straße aus auch sehr gut einsehbar sind. An jüdischen Feiertagen sowie am Sabbat sollte das Begehen völlig unterlassen werden. Damit Sie sich dennoch einen Eindruck verschaffen können, helfen Ihnen die Fotos, im Bereich "Bilder + Videos" auf dieser Homepage. Panoramaaufnahmen und Detailfotos stehen zu Ihrer Verfügung.

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Quelle: JiNL, Thomas Schlick, 2006, Weiterverwendung auf Anfrage