Gedenkstätten in Schnaittach
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Keine andere Stadt der ehemaligen Medinat-Ashpah, also dem Zusammenschluss der israelitischen Gemeinden im Nürnberger Land, hat eine so umfassende Aufarbeitung seiner jüdischen Vergangenheit vorgenommen, wie Schnaittach. Aus diesem Blickwinkel heraus könnte man im Prinzip den ganzen Ort als Gedenkstätte betrachten. Diese Tatsache ist einer Reihe von Umständen zu verdanken:
- Schnaittach war stets das religiöse Zentrum der Medinath-Ashpah mit Talmudschule und langer jüdischer Tradition. Selbst aus anderen Orten, z.B. Behringersdorf, kamen Juden zum Beten in die Synagoge.
- Die jüdischen Gemeinden bestatteten ihre Toten auf den Schnaittacher Friedhöfen
- In Schnaittach konnte sich frühzeitig eine religiöse "Infrastruktur" etablieren
- Während des Nationalsozialismus konnten große Teile dieser Struktur vor der endgültigen Zerstörung gerettet werden.
Heute sind glücklicherweise noch zahlreiche Gebäude und Stätten erhalten, restauriert und somit in hervorragendem Zustand. Eine ganz zentrale Rolle spielt hierbei natürlich die Synagoge mit Frauenschul, und angrenzendem Rabbinerhaus. Diese typisch fränkische Gebäude mit herrlichem Fachwerk beherbergt einen Teil des Jüdischen Museums Fürth-Schnaittach und konzentriert sich dabei auf die Gemeinden des Nürnberger Landes. So sind nicht nur Schnaittacher Ausstellungsgegenstände zu betrachten, sondern auch die wenigen Relikte aus Ottensoos, Hüttenbach und Forth. Es könnte kaum einen besseren, würdigeren Platz geben, als das religiöse Zentrum dieser Gemeinden.
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Eingang zum Jüdischen Museum (Rabbinerhaus) [202]
Das Museum ist in mehrere Teilbereiche untergliedert und beherbergt zudem noch ein interessantes Heimatmuseum. Im Rabbinerhaus findet der Besucher Informationen zum jüdischen Leben in Schnaittach und Umgebung, wird über die Bedeutung von Ritualien aufgeklärt und erfährt viel über jüdisches Alltagsleben und Gottesdienstregeln. Auch im Obergeschoss können viele Relikte bewundert werden, darunter auch "Verstecke" für nicht mehr benötigte oder beschädigte Schriftstücke, Ritualgegenstände und Bücher. Diese Objekte wurden nicht weggeworfen oder vernichtet, sondern in Hohlräumen des Gebäudes, z.T. über dem Tonnengewölbe "bestattet".
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Quelle: JiNL, Thomas Schlick, 2006, Weiterverwendung auf Anfrage |