Gedenkstätten in Forth

Dank der unermüdlichen Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit von Mitgliedern der Interessengemeinschaft hat sich in Forth inzwischen auch eine breite Öffentlichkeit dem Thema angenommen.

Die Forther Historikerin Dr. M. Switalski hat in einer Reihe von Aufsätzen über die jüdische Geschichte fundamentale Zusammenhänge erläutert. Die Serie erschien im Gemeindebreif der evangelischen Kirch St. Anna auf Anregung von Pfarrer J. Häselbarth. Wo es Anfangs noch Widerstand gegen das Projekt gab, hat sich Interesse entwickelt und bei vielen Menschen konnte sich die Erkenntnis durchsetzen, dass es wichtig ist, der Forther Juden zu gedenken.

Ein besonderes Anliegen der Gruppe ist es auch, die jüdische Geschichte des Ortes nicht nur auf die Jahre 1933-45 zu beschränken, sondern darauf aufmerksam zu machen, dass die Historie mehrere Jahrhunderte umfasst und die Juden über lange Zeit ein fester Bestandteil des Dorflebens waren.

Bisherige Höhepunkte im Gedenken waren die Gedenkfeier zur Reichpogromnacht am 9. November 2008 in Anweisenheit des ehemaligen Forthers Albert Kimmelstiel und seiner Frau Jaqueline. Albert Kimmelstiel lebt in den USA und hat seine Heimatstadt nochmals auf Einladung der Interessengruppe besucht. Zum Gedenken betete Albert Kimmelstiel in der Kirche St. Anna das traditionelle Totengebet - den Kaddisch.


Ein weiterer Höhepunkt war die Enthüllung eines Mahmanls für die deportierten, vertriebenen und ermordeten Forther Juden am 9. November 2009. Dieses Mahnmal steht nun im Mittelpunkt des Ortes und sichtbares Zeichen für die Bereitschaft der Forther, sich ihrer Vergangenheit zu erinnern und den Menschen ein würdiges Andenken zu bewahren, die früher in ihrer Mitte lebten. Die große Anteilnahme der Forther bei der Einweihung zeigt, wie wichtig es den Menschen war und ist, ihre Geschichte anzuerkennen.

Der Aufstellung und Enthüllung vorausgegangen war jedoch eine lange Diskussion über die Inschrift. Anstelle eines von der Interessengruppe favorisierten Gedichtes von Fitzgerald Kusz, ist nun ein anderer Spruch zu lesen, der nicht so sehr Bezug auf das Schicksal der Forther Juden nimmt. Schüler aus Forth haben mit einem eigenen Beitrag zum Festakt der jüdischen Familien gedacht.

Im Anschluss an die Enthüllung des Mahnmals hat die Interessengruppe in das Forther Gemeindehaus eingeladen. Dort sprach unter anderem die Leiterin des jüdischen Museums, Frau Dr. Rajaa Nadler. Auch Albert Kimmelstiel hat in einem Video-Grußwort zur Einweihung des Mahnmals gratuliert.

Neben Schnaittach ist Forth sicherlich die aktivste Gemeinde , wenn es um Erinnerung, Aufarbeitung und Versöhnung geht.

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