Gedenkstätten in Forth

Obwohl Forth eine reiche jüdische Kultur besaß und sogar über eine eigene Synagoge sowie Ritualbäder verfügte, sind die Spuren der Gemeinde nahezu völlig verschwunden. Abgesehen von einigen Häusern und vereinzelten historischen Hinweisen ist nur wenig bekannt.

Schließlich muss auch noch bedacht werden, dass es in Forth eine Zeit gab, als mehr jüdische als christliche Bewohner im Ort lebten. Auch der aufblühende Wohlstand des Ortes im Mittelalter war den Juden mitzuverdanken. Durch Handelsbeziehungen und eine enorme Abgabenlast sorgten sie für den Aufschwung.

Trotz einiger Streitigkeiten, die es einst gegeben hat, war das Verhälntis zwischen den Konfessionen in Forth insgesamt doch als gut zu bezeichnen. Dies änderte sich erst mit dem Nationalsozialismus. Während sich in den Städten ein dumpfer Antisemitismus ausbreitete, der immer stärker von Gewalt geprägt war, ging es auf dem Land eher friedlich zu. Erst die Agitation von außen und die Gleichschaltung der Behörden trug die Feindseligkeit in die Dörfer.

So verschwand auch die Kultusgemeinde von Forth mit der Reichspogromnacht im Jahre 1938. Das Schicksal der Juden ist bis heute ungeklärt. Aber Vergessen führt zu Verharmlosung und es ist nur noch eine Zeitfrage sein, bis auch die letzten Augenzeugen gegangen sind.


In Forth existiert noch keine Gedenkstätte oder Inschrift. Die Juden sind zwar Vergangenheit, aber ihr Wirken ist nicht vergessen. Inzwischen beschäftigt sich eine engagierte Interessengruppe mit der Aufarbeitung der Gemeindegeschichte. Es sei an dieser Stelle ausdrücklich betont, dass damit die gesamte Geschichte gemeint ist - nicht nur die Jahre des Nationalsozialismus.

Aufgabe dieser Gruppe ist es u.a. Zeitzeugen zu finden und zu interviewen, um ihre Erlebnisse und Erinnerung zu bewahren. Daneben spielt die Ortsgeschichte eine bedeutende Rolle, im Besonderen das Zusammenleben zwischen Christen und Juden sowie die historische Entwicklung des jüdischen Forth. Auch zu den Themen "Synagoge" und "Mikwaot" wird recherchiert. Ortsbegehungen, Filmprojekte und gemeinsame Aktivitäten rund um das Thema "Juden in Forth" stehen auf dem Programm.

Inzwischen konnte die Interessentgruppe eine Reihe wichtiger Ergebnisse erarbeiten, hat zahlreiche Archive durchsucht und den Standort einer mittlerweile überbauten (aber wohl noch vorhandenen) Mikwe ermittelt. Daneben wurden Bau- und Lagepläne aufgespürt, Zeitzeugen befragt und Kontakt zu einem überlebenden jüdischen Einwohner Forths aufnehmen können. Auch Kooperationen mit dem Zweckverband Synagoge Ermreuth sind entstanden. So bemüht man sich gemeinsam um die Erhaltung eines Judenhauses der Familie Wassermann.

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