Jüdische Bauwerke in Behringersdorf

Wie bereits bei "Jüdische Gemeinde" erwähnt, ist der Nachweis eines Betsaals oder einer Synagoge in Behringersdorf schwierig. Zudem sind bei Kriegsende zahlreiche Archivarien "verschwunden" und somit heute als Quelle verloren.

Allerdings ist natürlich die Möglichkeit nicht auszuschließen, dass auch eine Synagoge oder Gebetsstätte lange vor 1933 in Behringersdorf existierte. Schließlich kann der kleine Ort auf eine lange Geschichte zurück blicken. Und die Pogrome im mittelalterlichen Nürnberg haben dazu geführt, dass immer wieder die gesamte jüdische Bevölkerung die Stadt verlassen musste. Diese Menschen suchten häufig eine neue Bleibe in der Nähe der Noris.

Die Homepage synagogen.info [011] listet über 2200 Synagogen in Deutschland und Österreich auf. Für Behringersdorf wird jedoch keine Gebetsstätte erwähnt. Der bekannte Lehrer und Autor Israel Schwierz [012] spricht von einer jüdischen Gemeinde im Ort und ordnet diese als historisch ein. Schwaig wiederum hat von einer solchen Gemeinde in seinem Ortsteil Behringersdorf keine Kenntnis. Dass es Juden in Behringersdorf gab, steht aber außer Zweifel. Fraglich ist letztlich nur die Form ihrer religiösen und sozialen Struktur.


Alte Stiche und Abbildungen geben leider keine Hinweise auf jüdische Bauwerke. Dies liegt sicherlich auch daran, dass Synagogen oder Beträume früher nicht oder nur kaum von profanen Dorfgebäuden zu unterscheiden waren. Die ländlichen jüdischen Gemeinden entwickelten teilweise erst sehr spät das Selbstbewusstsein, ihre religiösen Stätten auch nach außen entsprechend auszuschmücken. Kleine Details, die auf eine Synagoge oder andere rituelle Bauwerke hätten schließen lassen, wurden auf den alten Dorfansichten sicherlich nicht berücksichtigt.

Auch jüdische Flur- und Straßennamen, etwa "Judenacker" oder "Judenschulhof" sind nicht überliefert. Die Verstorbenen wurden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in Behringersdorf, sondern auf Friedhöfen der Umgebung bestattet. Doch auch hier sind leider keine Spuren von jüdischen Bürgern aus Behringersdorf zu finden. Grund hierfür ist sicherlich auch, dass viele Grabsteine während der NS-Zeit geschändet und zerstört wurden.


[011]
Synagogen Internet Archiv auf http://www.synagogen.info

[012]
Karte der jüdischen Gemeinden nach Schwierz und Athmann, 2005 auf http://www.evrel.ewf.uni-erlangen.de/synamap