Die jüdische Gemeinde in Behringersdorf
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| Der Antisemitismus machte auch trotz der recht geringen Anzahl jüdischer Bürger vor Behringersdorf nicht halt. Und die damals fast obligatorischen Schilder mit Aufschriften wie "Juden raus" oder "Juden sind hier nicht erwünscht" wurden an den Ortszufahrten angebracht. Die Familie Reizenstein selbst wurde nicht nur, wie erwähnt, Opfer von Diffamierung durch die Presse, sondern musste die Auswirkungen des Judenhasses in der "Reichskristallnacht" am eigenen Leibe erfahren. So wies Alt-Bürgermeister Körber in einer Gedenkrede auf das Schicksal der Familie hin [008]:
"In dieser Nacht zerbrach bei der Familie Reitzenstein im Ortsteil Behringersdorf in der Laufer Straße weitaus mehr als Glas, Porzellan und Kristall."
Zu der rechts abgebildeten Tafel erging am 22. August 1933 ein Gemeinderatsbeschluss in Behringersdorf [009] in dem "...den Juden das Baden in der Anstalt (Flussbad in der Pegnitz, Anm. JiNL) aus Reinlichkeitsgründen und zwecks Wahrung der öffentlichen Moral verboten ist. – Weiters sollen in der Ortschaft selbst 5 Tafeln angebracht werden mit der Aufschrift Juden nicht erwünscht“.
Ferner werden „die hiesigen Einwohner öffentlich gewarnt, Geschäfte jeglicher Art mit Juden zu tätigen bezw. beim Juden zu kaufen, da sie sonst Gefahr laufen müssen, in aller Öffentlichkeit an den Pranger gestellt zu werden.“
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[008]
Quelle: "Erinnerungsarbeit ist Friedensarbeit" - aus einer Ansprache von (Alt-)Bürgermeister Körber zum 8. Mai im Schwaiger Schloss
[009]
Quelle: Gemeinderatsbeschluss vom 22. August 1933, Gemeindearchiv Schwaig.
Mit freundlicher Unterstützung von Vereinsseite.
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